BDSM – was ist das (Bondage, Dominanz, Sadismus, Masochismus)? Silke Niggemeier (40 Jahre) ist systemische Sexualtherapeutin, erklärt dies Menschen gerne und gibt in ihrer Paar- und Sexualberatung Antworten und Freiraum, sich für alle Wege in der Erotik zu öffnen. Hauptsächlich kommen Frauen und Paare zu ihr, die oft bei sich selbst nicht einordnen können, was ihre Gefühle für Machtspiele oder für das Dienen und anderes eigentlich bedeuten. Silke unterstützt Menschen, die beispielsweise BDSM praktizieren oder sich in ihrer Sexualität finden möchten oder auch ganz „normale“ Beziehungsprobleme.

Sehr gerne gibt sie auch Vorträge zu BDSM und klärt auf: bei Polizisten, Therapeuten, Fachberatern, Sexualkundlern, Politikern, im TV/Radio, oder wo auch immer sie gebucht wird. Außerdem engagiert sie sich bei SMart-Rhein-Ruhr e.V., einem Verein, der sich mit dem Thema BDSM beschäftigt, dem BVSM eV. und der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftlische Sexualforschung e.V.

Was macht dir bei deiner Arbeit als Beraterin und in der BDSM-Aufklärungsarbeit am meisten Freude?

Alles! Es erfüllt mich. Nach meiner Ausbildung zur Erzieherin und nach 10-jähriger Arbeit in der Psychiatrie habe ich mich in einem Marathon weitergebildet, damit ich die Art von Arbeit machen kann, die ich jetzt mache. Ich begleite Menschen und leiste Hilfestellung. Ich habe das Glück, einen Beruf zu haben, den ich liebe und die Aha-Erlebnisse meiner Klient(inn)en erfüllen mich.

Das Tollste daran, eine Frau zu sein, ist für mich …..

… die Weiblichkeit. Ich bin gerne Frau, ziehe mich gern weiblich an, mag meine Rolle als Frau und dass ich als Frau alle Freiheiten habe.

Was bedeutet „frei sein“ für dich?

Frei sein bedeutet für mich, eigene Entscheidungen treffen zu können, zu gehen, wohin ich möchte, auch Fehler zu machen, die Wahl zu haben.

Was war die wichtigste Erkenntnis in deinem bisherigen Leben?

Bezüglich meines Berufs gab es 2 Sachen:

  1. Keine Angst vor Status zu haben oder vor Positionen. Jeder ist ein Mensch.
  2. Wenn sich einer bewegt, bewegt sich alles andere mit.

Am meisten liebe ich an mir, …..

… meine Rundungen! Und meine weitere Entwicklung als Frau und meine Fähigkeit zur Kommunikation.

Wenn du einen Tag lang ein Mann sein könntest: Was würdest du als Mann auf alle Fälle einmal tun wollen?

Mich als Mann selbstbefriedigen. Ich würde wissen wollen, wie es ist, in einem männlichen Körper zu stecken.

Ich fühle mich in meinem Frauenkörper so beheimatet – wie ist das wohl in einem Männerkörper?

Was würdest du noch gerne lernen oder besser können?

Holländisch! Ich lerne gerade Holländisch.

Wann fühlst du dich richtig „schön“?

Eigentlich immer.

Wenn ich zufrieden bin, ganz besonders. Ich liebe meine eigene Figur, habe meinen eigenen Modestil.

Hast du ein Lebensmotto und wie lautet es?

Schau immer, wozu etwas gut ist.

Paar- und Sexualberatung paderbornEs freut mich besonders, dass es bei Silke in ihrer Praxis eine Anlaufstelle für all die Menschen und ihre Fragen gibt, die sich für BDSM interessieren. Ein Satz von ihr hat mir am Rande des Interviews noch sehr gefallen: „Es geht nicht darum, woher etwas kommt, sondern wohin es dich führt.“ Bei allen „Warum bin ich so und woher kommt das?“-Fragen finde ich das einen tollen Ansatz.

 

Danke dir, liebe Silke, für deine Offenheit und dafür, dass du dich in deiner ganzen weiblichen Fülle zeigst. Und Grüße an Alfred, den kleinen Rabauken, der immer wieder bellend Aufmerksamkeit während des Interviews forderte.

SILKE NIGGEMEIER, http://www.paartherapie-paderborn.de

(interviewt von Sabine Krink)

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