Iris Rausch – bezaubernde Frau Tintenschnecke

Iris Rausch von tintenschneckeDas Herzensprojekt von Iris Rausch (38 Jahre) ist in beruflicher Hinsicht (privat spielt aktuell die 3-jährige Tochter eine große Rolle) die Tintenschnecke. Iris und ihr Mann stellen im Kunsthandwerk liebevoll und in einem sehr langen Prozess außergewöhnliche Urushi lackierte Füllfeder her.

Abend für Abend entwerfen die beiden wunderschöne Designs, lackieren, schleifen, bemalen, polieren, streuen Goldpulver ein, bearbeiten Schicht um Schicht die Füllfeder mit hochwertigen japanischen Urushi Lacken. Es dauert Monate, bis ein solches Unikat entsteht! Im selbst genähten Stoffbeutel mit einer ebenfalls wunderschön lackierten Schachtel sind die exklusiven Füllfedern ein Gesamtkunstwerk. Zudem entwirft Iris eigene handgemachte Karten mit bezaubernden Designs aus speziellem Papier, auf denen du mit Tinte schreiben kannst, ohne dass die Farbe zerläuft.

 

Was macht dir bei der Tintenschnecke am meisten Freude?

Am allermeisten bin ich mit den Karten verbunden. Mich damit herauszuwagen, immer wieder neue Techniken anzuwenden und meinen eigenen Ausdruck zu finden, macht mir Freude.

Bei den Füllfedern kommt die Liebe zum Gestalten gerade. Der Prozess ist herausfordernd. Denn erst kommt das Lackieren und durch das anschließende Schleifen, wenn der Lack ausgehärtet ist, zerstöre ich diese Version des Füllfeders erst einmal wieder. Dann kommt etwas Neues zum Vorschein. Oft geschieht im Prozess der Veränderung der Füllfeder etwas Unvorhergesehenes, etwas, was man nicht planen kann. Sich da einzulassen, Vertrauen ins Geschehen zu haben, dafür öffne ich mich gerade und werde immer mehr bereit dazu.

 

(Ich finde es faszinierend, wie viel da beim handwerklichen Prozess auch in Iris abläuft, und wie viel mehr es ist, als „nur“ ein Kunsthandwerk.)

 

Das Tollste daran, eine Frau zu sein, ist für mich …..

… dass ich mich so sehr mit meiner Intuition verbinden darf und dass ich empfangen und gebähren kann. Auch mein Projekt ist ja wie ein Baby.

 

Was bedeutet „frei sein“ für dich?

Lange bin ich dem Frei Sein im Außen hinterher gehechelt. Meine Freiheit finde ich immer mehr in mir selbst. Sie mir zu gönnen und meinen eigenen Ausdruck wachsen zu lassen, ist frei sein für mich.

 

Was war die wichtigste Erkenntnis in deinem bisherigen Leben?

Alles entspringt aus mir heraus. Das Außen ist nur eine Projektion von mir.

 

Am meisten liebe ich an mir, …..

… dass ich meine Gefühle so ehrlich und offen nach außen bringen kann, egal, was es ist – ob lächeln oder wütend aufstampfen. Wenn es mich bewegt, dann darf es hinaus.

 

Wenn du einen Tag lang ein Mann sein könntest: Was würdest du als Mann auf alle Fälle einmal tun wollen?

Ich frage mich: Kann ich als Mann etwas tun, was ich als Frau nicht tun kann? – Ich bin so gerne Frau! Ich hab nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas nicht tun kann, weil ich eine Frau bin.

 

Was würdest du noch gerne lernen oder besser können?

Ich möchte mich noch mehr für meinen Sprachausdruck öffnen, für Fremdsprachen wie Englisch. Diese Sprache noch mehr sprechen können und mehr zu vertrauen, dass ich das auch kann.

 

Wann fühlst du dich richtig „schön“?

(Tiefes Ausatmen ist hörbar.)

Wenn ich in mir bin, … zentriert, meinen Atem spüre, mich spüre, mit mir verbunden bin, dann strahle ich und bin wunderschön. Wie wir alle!

 

Hast du ein Lebensmotto und wie lautet es?

Carpe diem. Lebe den Tag.

Das Motto führt mich immer wieder dahin, dass ich das auch tue.

 

tintenschnecke screenshotEs ist schön, dass Iris am Ende sagt, sie sei jetzt völlig entspannt – nach diesem Interview. Zu Beginn war sie etwas positiv aufgeregt, gesteht sie mir.

 

Danke Iris, dass du deine Kunst und dein Handwerk auf so zauberhafte Weise und einzigartig schön in die Welt bringst. Es ist schön, dass es noch oder wieder Dinge gibt, deren Erschaffung über Monate andauert und die dadurch intensiv verbunden sind mit den Menschen, die sie kreieren.

 

IRIS RAUSCH, www.tintenschnecke.at

(interviewt von Sabine Krink)

Pin It on Pinterest